Halle Händel Hallelujah

Der Geburtstag wird in seiner Geburtsstadt alljährlich mit einem großen Konzert gefeiert. Georg Friedrich Händels Oratorium „Messiah“ ist ein klanggewaltiges Ereignis.

Mal wieder in Halle an der Saale. Der Nahverkehr wird bestreikt. Also vom Hauptbahnhof zu Fuß zum Markt, ist nicht weit. Da thront Händel auf dem Sockel, da liegen Kränze zu seinen Füßen. Der Meister hatte am 23. Februar seinen 341. Geburtstag. Der wird in Halle an der Saale natürlich groß gefeiert.

Nebenbei bemerkt: Händel aus Halle ist nur ein paar Tage älter als der andere große Barock-Meister Johann Sebastian Bach aus Eisenach. Das mir das erst jetzt auffällt? Autsch.

Das Geburtstagskonzert am Abend des 28. Februar in der Händel-Halle (ein langweiliger Funktionsbau) ist ein seit 27 Jahren gern gepflegtes Ritual in der Stadt. Genügend Zeit bleibt vorher, das Händel-Haus und das Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus zu besuchen.

Händel-Porträts in vielen Varianten und Lebensjahren

Um es kurz zu machen: Die beiden Museen enttäuschen mich, ich hatte viel mehr erwartet. Im Händel-Haus funktionieren Internet und Museumsguide nicht, auch nicht über mein Smartphone. Hätte ich da mehr kompakte Informationen erhalten als über die Fülle von Texten, die an die Museumswände „tapeziert“ worden sind? Hätte ich via Guide oder Smartphone mehr Musik von Händel gehört als in der Dauer- und in der Sonderausstellung? In der dritten Präsentation „Historische Musikinstrumente“ ist auch wenig zu hören.

Historische Instrumente: Viel zu sehen, wenig zu hören

Es gibt technische Probleme im Haus an diesem Sonnabend, sagt mir eine Museumsaufsicht. Also habe ich einfach Pech? Im Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus, das liegt um die Ecke von Händel, funktioniert die Ausstellungstechnik (Kopfhörer) auch nicht. Hier ebenso „tapezierte“ Wände mit reproduzierten Bildern und Abbildungen, schöne „Wandzeitungen“. Vom berühmte Sohn von JSB ist im letzten Raum dröhnend was zu hören.

Viele Bilder und „Wandtapeten“ bei Wilhelm Friedemann Bach

Aber ich will nicht so viel meckern. Es gibt was zu sehen und viel zu lesen, halt klassische Vermittlung wie in Museen von gestern. Nix für eilige oder gelegentliche Museumsbesucher. Das ist was für Liebhaber, die sich Zeit nehmen. Die nehme ich mir.

„Messiah“ ist ein klanggewaltiges Oratorium

Das Konzert mit „Messiah“ in der Georg-Friedrich-Händel-Halle, veranstaltet vom „Happy Birthday Händel Förderverein e. V.“, ist ein klanggewaltiges Ereignis – seit 27 Jahren liebevoll in der Stadt gepflegt. Ein über 400stimmiger internationaler Chor, vier sehr gute Solisten, ein Organist, die Staatskapelle Halle – vom 85jährigen irischen Dirigenten Proinsias Ó Duinn gut über die 3 Stunden (mit Pause) geführt. Vielleicht 1.000 Menschen hören dem fast 500köpfigen Ensemble zu, spenden nach dem letzten Takt minutenlang und stehend Applaus. Ein Rundumerlebnis der besonderen Art.

So ehrt Halle an der Saale seinen Georg Friedrich Händel mit einem klangewaltigen Konzert, mit „Hallelujah“ und „Happy Birthday“ als Zugabe zum 341. Geburtstag.

Bravo!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.